VORSTAND
MITGLIEDER & FUNKTIONEN
Christian Abend Präsident
Anna Borkowsky Finanzen und Kasse
Markus Brotschi Fundraising
Katrin Holenstein Kommunikation und Administration
Ket Hong Linh Werbung
Bernhard Pfammater Musikalische Leitung
Daniel Weissmann Co-Präsident, Chorblatt
ZUKUNFT FÜR KLASSISCHE CHÖRE
von Christian Abend, Präsident BGC
Chorsingen ist weit mehr als ein Hobby. Es verbindet musikalischen Anspruch mit sozialer Gemeinschaft und wirkt sich nachweislich positiv auf Körper und Geist aus. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, dass klassische Chöre eine Bedeutung haben, die weit über das Konzert hinausgeht.
Wandel in der Chorlandschaft
Die nächsten zehn Jahre bringen Veränderungen: Zeit wird knapper, Lebensentwürfe
vielfältiger, und auch Chöre sowie ihr Publikum werden älter. Diese Entwicklungen
verlangen neue Ansätze. Flexiblere Organisationsformen, projektbezogenes Arbeiten und
abwechslungsreiche Proben gewinnen an Bedeutung.
Trotzdem bleibt der Kern unverändert: das sorgfältige Erarbeiten eines
Konzertprogramms, das gemeinsame Wachsen an anspruchsvollen Werken und die
Freude am musikalischen Ausdruck. Auch stilistisch dürfen Chöre offen bleiben –
klassische Werke bilden das Fundament, können aber immer wieder durch andere, auch
ungewöhnliche Stücke ergänzt werden.
Ein zentrales Thema bleibt der Nachwuchs – sowohl im Chor als auch in den
Leitungsstrukturen. In einer Welt voller Alternativen müssen Chöre ihre besondere Stärke
betonen: das unmittelbare, gemeinsame Erleben von Musik.
Herausforderungen als Chance
Konzerte mit Orchester und Solisten sind aufwendig und kostenintensiv. Sie gelingen nur
im Zusammenspiel von Publikum, Sponsoren und engagierten Mitwirkenden. Qualität ist
dabei entscheidend: Sie überzeugt Zuhörende ebenso wie Förderer.
Kooperationen mit anderen Chören können zusätzliche Möglichkeiten eröffnen – sowohl
künstlerisch als auch organisatorisch. Solche Modelle haben sich bereits bewährt und
dürften künftig an Bedeutung gewinnen.
Singen als Quelle von Gesundheit und Gemeinschaft
Die positiven Effekte des Singens sind gut dokumentiert: Es fördert Atmung, Haltung und
Konzentration, reduziert Stress und stärkt das Wohlbefinden. Im Chor kommt eine soziale
Dimension hinzu: Gemeinsames Singen schafft Verbundenheit, Vertrauen und ein starkes
Gefühl der Zugehörigkeit.
Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Isolation erleben, gewinnt dieser Aspekt an
Bedeutung. Chöre können hier aktiv einen Beitrag leisten.
Ein Gegenpol zur digitalen Welt
In einer von Medien geprägten, oft hektischen Umgebung bieten Chorproben einen
geschützten Raum. Konzentration, Zuhören und gemeinsames Arbeiten stehen im
Mittelpunkt. Diese bewusste Auszeit wirkt wie ein "mentaler Reset" und schenkt neue
Energie.
Was Mitwirkende schätzen
Sängerinnen und Sänger wünschen sich klare Strukturen, gute Vorbereitung und
inspirierende Leitung. Eine positive Atmosphäre, in der konzentriertes Arbeiten und Freude
nebeneinander bestehen, ist entscheidend.
Auch Dirigenten, Solisten und Orchester profitieren von engagierten, verlässlichen
Chören. Gegenseitiger Respekt und Aufmerksamkeit bilden die Grundlage für
musikalische Qualität.
Erwartungen des Publikums
Das Publikum ist oft offener, als man denkt. Es sucht Authentizität, Hingabe und
emotionale Erlebnisse. Perfektion ist weniger entscheidend als spürbare Leidenschaft.
Ein direkter Austausch mit dem Publikum kann helfen, Erwartungen besser zu verstehen
und zukünftige Programme darauf abzustimmen.
Bedeutung von Sponsoren und Förderern
Die finanzielle Basis bleibt eine Herausforderung. Steigende Kosten treffen auf begrenzte
Einnahmen. Umso wichtiger sind Sponsoren und Gönner, die Projekte unterstützen, die
kulturellen Wert und gesellschaftliche Wirkung haben.
Regionale Verankerung, Qualität und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
sind dabei entscheidende Faktoren.
Ein zuversichtlicher Blick nach vorn
Klassische Chöre haben eine starke Zukunft. Sie verbinden musikalische Tiefe mit
Gemeinschaft, fördern Gesundheit und bieten in einer schnelllebigen Welt einen Ort der
Beständigkeit.
Die Entwicklung bleibt anspruchsvoll – doch sie liegt in den Händen der Chöre selbst. Mit
Engagement, Offenheit und Qualität können sie auch in Zukunft Menschen begeistern und
verbinden.

