Konzert / 06.11.09 / Franz. Kirche Bern / 19.30 Uhr

Louis Spohr (1784 - 1859)

Die letzen Dinge "Apocalypse"

 

Die vier letzten Dinge (lat. novissima) werden von der Eschatologie behandelt und sind

Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch,
Das du mußt vor den Richter bringen,
Wenns kommt zu den vier letzten Dingen? (Schuldknechts Weib, "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal)

 

Geboren am 5. April 1784 in Braunschweig.
1799 Anstellung des Fünfzehnjährigen bei Herzog Ferdinand von Braunschweig;
1805 Herzoglicher Konzertmeister in Gotha; 1812-1816 Kapellmeister
und Orchesterdirektor beim Theater an der Wien; 1817-1819
Opern- und Musikdirektor am Stadttheater in Frankfurt a.M; 1819 Berufung
zum Konzertmeister der philharmonischen Gesellschaft in London;
1821 Übersiedelung nach Dresden ohne öffentliche Stellung; 1822 Anstellung
als Kurfürstlicher Hofkapellmeister in Kassel; 1847 Ernennung
zum General-Musikdirektor unter Verleihung der Hoffähigkeit;
Gestorben am 22. Oktober in Kassel.
Der Text des zweiteiligen Oratoriums Die letzten Dinge wurde von Hofrat
Friedrich Rochlitz (1769-1842) nach Worten der Heiligen Schrift, zunächst
ausschliesslich aus der Offenbarung Johannes, später erweitert um Texte
aus Ezechiel, Jeremia, Johannes und Matthäus, zusammengestellt.
Das Oratorium fand beim Publikum wie bei den ausführenden Musikern
sehr grossen Anklang. Auch Spohr selbst war mit seinem Werk sehr zufrieden;
in seiner Selbstbiographie (Band II, S. 171f.) schreibt er: «(...) und
die Aufführung war fehlerlos. Die Wirkung war, wie ich mir sagen musste,
ausserordentlich. Nie hatte ich früher bei Aufführung eines meiner
grösseren Werke diese Genugtuung gehabt!»

Mendel, Johann Jakob (1809- 1881)

 

Fest-Kantate:

"Du Herr, hast von Anfang die Erde gegründet"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geboren am 8. September 1809 in Darmstadt.
Ausbildung zunächst in Darmstadt bei J. Ch. H. Rinck (Orgel) und ab
1828 bei Luigi Cherubini in Paris; Lehrer am dortigen Institut Royal de
musique religieuse de France und Organist an der Sorbonne; bereits
1830 aber Berufung als Münsterorganist und Musikdirektor nach Bern,
wo er während 51 Jahren und bis zu seinem Tod umfassenden Einfluss
auf das städtische, kantonale und nationale Musikleben ausübt: 1830
bis 1841 dirigiert er die Abonnementskonzerte der Musikgesellschaft,
1834 gründet er eine Vorläuferin der heutigen Berner Liedertafel; 1842
Leitung der Musikaufführungen an der Tagsatzung und am Eidgenössischen
Sängerfest; 1849 Einweihung der grossen Münsterorgel, auf
seine Initiative hin und nach seinen Vorstellungen geplant und gebaut;
1858/59 als Gründungsmitglied und Lehrer der ersten Generation an der
Geburt des heutigen Konservatoriums, der Berner Musikschule, beteiligt;
Gestorben am 22. Dezember 1881 in Bern.
Johann Jakob Mendel ist eine der herausragenden Persönlichkeiten in der
Musikgeschichte der Stadt Bern. Während mehr als 50 Jahren hat er als
international bekannter ausübender Musiker, als Lehrer, Berater und Organisator
die musikalische Entwicklung der Stadt geprägt und ihr im In- und
Ausland Beachtung verschafft.