Konzert 2011 / 04. November 2011 - Franz. Kirche Bern

Nino Rota

  

Nino Rota (1911 – 1979) – der Name mag eher einem Kinopublikum geläufig sein denn einem klassischen Konzertpublikum: seine Musik kennt man aus La strada, Amarcord und vielen anderen längst legendär gewordenen Filmen von Federico Fellini; ebenso berühmt ist seine Oscar-gekrönte Musik für den Film Der Pate von Francis Ford Coppola. Dass Rota aber eine klassische Kompositions-
ausbildung genoss und stets auch für den Konzertsaal geschrieben hat, ist nur Wenigen bekannt.

 

Er studierte in Mailand und Rom sowie auf Anraten Toscaninis am namhaften Curtis Institute in Philadelphia und unterrichtete ab 1939 am Konservatorium von Bari, welches er von 1950 bis 1978 auch als Direktor leitete. In diesem Jahr wäre Rotas hundertster Geburtstag zu feiern – der Berner Gemischte Chor und die Swissair Voices aus Kloten nehmen das Jubiläum zu Anlass, sein grosses Oratorium Mysterium erstmals in der Schweiz, erstmals gar ausserhalb Italiens, zur Aufführung zu bringen, zusammen mit dem Jugendchor St. Laurentius aus Bülach, Solistinnen und Solisten und dem Orchester Santa Maria Luzern.

Als eine Musik ohne Anführungszeichen hat der Kritiker Fedele D’Amico

Rotas Werk beschrieben, «fähig, die grossen und kleinen Gefühle in

ihrer Unmittelbarkeit, ihrer Ursprünglichkeit wiederzugeben». Eine

Musik, die klar der Tonalität verhaftet bleibt, dabei aber in dramatischen

Passagen deren Grenzen auslotet, eine Musik, die gelegentlich an

Puccini gemahnt, besonders berührend aber im ganz eigenen Ton der

unverhohlenen persönlichen Emphase wird. Die vertonten Texte

stammen aus dem Alten und dem Neuen Testament, aus frühchristlicher

und liturgischer Überlieferung.